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Wie lange darf ein Redner beim Konsekutivdolmetschen an einem Stück reden?
 
Ein Redner sollte in erster Linie an die Zuhörer denken. Kein Zuhörer wird es gerne haben, minutenlange Ausführungen in einer ihm unverständlichen Sprache über sich ergehen zu lassen. Andererseits wird es einem Redner selbst nicht gefallen, nach Beendigung seiner Ausführung nun seinerseits minutenlang dem Dolmetscher lauschen zu müssen, der in einer ihm unverständlichen Sprache seine eigenen Ausführungen wiedergibt. Am besten ist es, nach einer Sinneinheit zu stoppen, um dem Dolmetscher die Möglichkeit zum Dolmetschen zu geben.

Hierbei spielt die "Sinneinheit" eine wesentliche Rolle. "Ich werde jetzt einen Witz Satz für Satz erzählen, den Sie (der Dolmetscher), bitte schön, Satz für Satz dolmetschen." ist eine ziemlich schlimme Situation für einen Dolmetscher, weil er nicht voraussehen kann, wohin das Gespräch führt. Das Dolmetschen insbesondere zwischen zwei völlig andersartigen Sprachen wie dem Deutschen und dem Japanischen ist keine eins-zu-eins-Übertragung der Wörter. Der Dolmetscher muß erst den Sinn einer Aussage verstanden haben, bevor er mit der Verdolmetschung beginnen kann. Der Redner sollte daher nie in der Mitte eines Satzes bzw. einer Sinneiheit unterbrechen.

Ein professioneller Konferenzdolmetscher ist in der Lage, eine Rede bis zu einer Länge von etwa 20 Minuten an einem Stück zu dolmetschen. Er wird einen Redner nie dazwischenfahren, um mit seiner Verdolmetschung zu beginnen. Es sollte die Aufgabe des Redners sein, an seine Zuhörer zu denken, damit sich diese nicht langweilen.




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